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Zwei Hände halten Bilder mit Häusern auf einem Schreibtisch in der Hand. Auf einem Bild ist rechts unten ein KI-Symbol. Das komplette Bild hat einen Vermerk, dass es KI-generiert wurde.

KI-Inhalte kennzeichnen

Wann Sie KI-Inhalte aus ChatGPT, Gemini, Copilot & Co. offenlegen müssen – und wann nicht. 

Ein Wegweiser zu Artikel 50 der KI-Verordnung.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  1. Es gibt keine Pflicht, alles zu kennzeichnen, was mit KI entstanden ist. Das Gesetz erfasst nur bestimmte Situationen.
  2. Drei Fälle sind eindeutig kennzeichnungspflichtig: 
    1. Chatbots
    2. täuschend echte Bilder, Videos und Stimmen
    3. ungeprüfte KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse
  3. Das unsichtbare Wasserzeichen der KI-Anbieter nimmt Ihnen nichts ab. Den sichtbaren Hinweis an Ihre Leser, Kunden und Zuschauer müssen Sie selbst setzen.

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KI-Inhalte kennzeichnen

PDF | 3,484 MB

Wer ist verantwortlich – und wofür?

Das Gesetz unterscheidet zwei Rollen. Die technische Markierung ist Sache der KI-Anbieter. Ihre Aufgabe als Unternehmen ist der sichtbare Hinweis an die Menschen, die Ihre Inhalte sehen, hören oder lesen.

  • Rolle 1: Der KI-Anbieter
    OpenAI, Google, Microsoft, Anthropic, Mistral und andere. Diese müssen ihre Ergebnisse technisch markieren: unsichtbar, maschinenlesbar, über Wasserzeichen und Metadaten. Sie merken davon im Alltag nichts.
  • Rolle 2: KI-Betreiber (= Ihr Unternehmen)
    Alle Personen, die ein KI-System beruflich einsetzen. Sie müssen Menschen sichtbar informieren: im Chatfenster, am Bild, unter dem Text – so, dass es beim ersten Kontakt auffällt.

Das Wasserzeichen des Anbieters erfüllt Ihre Pflicht nicht. Beides steht nebeneinander.

Die vier Pflichten im Überblick

Artikel 50 der KI-Verordnung, gültig seit dem 2. August 2026.
Zwei Hände halten ein Handy in der Hand; auf dem Bildschirm ist ein Chatfenster geöffnet und in diesem steht "Guten Tag. Sie chatten mit einer KI". Das Bild hat einen Vermerk, dass es KI-generiert wurde.

1. Der Chatbot-Hinweis

Wer mit einer KI spricht oder schreibt, muss das wissen. Der Hinweis gehört an den Anfang, nicht in die AGB. Ausnahme: Es ist ohnehin für jeden offensichtlich.

Trifft: Anbieter und, praktisch, Ihre Website

Ein Blatt Papier wird ins Gegenlicht gehalten und es schimmert ein Wasserzeichen durch. Das Bild hat einen Vermerk, dass es KI-generiert wurde.

2. Die technische Markierung

KI-Ergebnisse tragen ein unsichtbares Erkennungszeichen. Darum kümmern sich die Anbieter – für ältere KI-Systeme ab dem 2. Dezember 2026.

Trifft: KI-Anbieter

Eine lachende Person, daneben ein Kasten, in dem die Emotion analysiert wird. Das Bild hat einen Vermerk, dass es KI-generiert wurde.

3. Gefühle und Biometrie

Systeme, die Emotionen erkennen oder Menschen anhand körperlicher Merkmale einordnen, müssen den Betroffenen angekündigt werden.

Trifft: Ihr Unternehmen, zusätzlich sollten Sie hier das Datenschutzrecht beachten

Blick über die Schulter einer Frau, die auf einem Bildschirm blickt, auf dem ein Bild vom Pariser Eiffelturm in der Wüste zu sehen ist. In der rechten Ecke vom Bildschirm-Bild ist ein KI-Icon zu sehen. Das gesamte Bild hat einen Vermerk, dass es KI-generiert wurde.

4. Deepfakes und Texte

Täuschend echte Bilder, Videos und Stimmen müssen offengelegt werden. Ebenso veröffentlichte KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse – außer ein Mensch hat sie geprüft.

Trifft: Ihr Unternehmen

In welchen Fällen muss ich meine KI-Inhalte kennzeichnen?

Vier Fragen führen in den allermeisten Fällen zur Antwort. Wir haben Sie in der folgenden Grafik übersichtlich für Sie aufbereitet: 

Fragen, deren Ja oder Nein zu einer Antwort oder einer weiteren Frage führt

Dreizehn Beispiele aus dem Alltag

Typische Situationen in Unternehmen – und wie sie nach heutigem Stand einzuordnen sind: 

KI-Kennzeichnung benötigt?
Kundenservice-Chatbot auf Ihrer Website
KI-Telefonassistent, der Termine annimmt
Fotorealistisches Werbebild einer Szene, die es nie gab
Comic- oder Fantasiemotiv, etwa ein fliegender Drache
Produktfoto per KI freigestellt, geschärft, entrauscht
Produktfoto, dessen Umgebung die KI dazu erfindet
Geklonte Stimme der Geschäftsführung im Imagefilm
Blogbeitrag über Ihre Produkte, KI-Entwurf, redaktionell geprüft
Beitrag zu einem gesellschaftspolitischen Thema, ungeprüft übernommen
Interne Präsentation, Protokoll oder Aktenvermerk
KI-Übersetzung Ihres Newsletters
Quellcode aus einem KI-Programmierassistenten
Bewerbungstool, das Gefühlsregungen auswertet

Bitte beachten Sie: YouTube, Meta, TikTok und andere Plattformen verlangen eigene Angaben zu KI-Inhalten. Diese Regeln gelten neben dem Gesetz – und werden schneller durchgesetzt als jede Behörde.

Die Grauzonen

An drei Stellen wird die Einordnung schwierig. Bis Gerichte entschieden haben, hilft jeweils eine Faustregel.

Was leisten die Wasserzeichen der Anbieter?

Google, OpenAI, Anthropic und Microsoft versehen ihre Ergebnisse mit unsichtbaren Markierungen und signierten Herkunftsdaten. Für Sie als Unternehmen heißt das:

  • Es ist die Pflicht der Anbieter, nicht Ihre. Ihr sichtbarer Hinweis an die Leser bleibt davon unberührt.
  • Verlassen Sie sich nicht darauf. Umformulieren, Kopieren oder ein Bildschirmfoto zerstört solche Spuren – Untersuchungen zeigen sehr hohe Verlustquoten.
  • Erkennungswerkzeuge irren in beide Richtungen. Ein KI-Detektor ist kein Beweis, weder für noch gegen die Urheberschaft eines Menschen.

Fristen und Nächste Schritte

Kalenderblatt mit dem Datum 2. August 2027

Kennzeichnungspflichten gelten

Seit dem 2. August 2026 gelten die Kennzeichnungspflichten der KI-Verordnung. Chatbots, täuschend echte KI-Bilder, -Videos und -Stimmen sowie ungeprüfte KI-Texte zu öffentlichen Themen sind offenzulegen.

Kalenderblatt mit dem Datum 2. Dezember 2026

Markierung auch für ältere KI-Systeme

Ab dem 2. Dezember 2026 müssen auch ältere KI-Systeme ihre Ergebnisse unsichtbar und maschinenlesbar markieren. Diese Pflicht trifft die KI-Anbieter, nicht die Nutzer.

Kalenderblatt mit dem Datum 2. Februar 2027

Erkennungswerkzeuge werden kompatibel

Ab dem 2. Februar 2027 müssen die Werkzeuge, mit denen sich KI-Markierungen erkennen lassen, untereinander kompatibel sein. Auch diese Pflicht betrifft die KI-Anbieter.

Kalenderblatt mit dem Datum 1. August 2027

Neue Aufsicht im Medienbereich

Ab dem 1. August 2027 sollen die Landesmedienanstalten den KI-Einsatz von Verlagen und Sendern überwachen. Der Staatsvertrag dazu braucht noch die Zustimmung der Länder (Stand: Oktober 2026).

So unterstützen wir Sie

Individuelle rechtliche Beratung

Sie sind unsicher, welche KI-Inhalte Sie kennzeichnen müssen? Wir prüfen Ihre konkreten Fälle und richten die nötigen Abläufe mit Ihnen ein, von der Bestandsaufnahme über die KI-Richtlinie bis zu Verträgen mit Dienstleistern. Dabei behalten wir auch Werberecht, Urheberrecht sowie Berufs- und Branchenrecht im Blick.

Porträt von Thilo Märtin
Thilo
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Rechtsanwalt I Equity Partner
Porträt von Luise Klufmöller
Luise
Klufmöller LL.M.
Rechtsanwältin I Counsel
Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht
Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz

Praxis-KI-Workshop

Sie möchten, dass Ihr Team sicher mit KI arbeitet? In unserem anwaltlichen Workshop prompten wir gemeinsam an Ihren eigenen Anwendungsfällen und erklären die rechtlichen Hintergründe, immer mit Blick darauf, was sich im Arbeitsalltag bewährt.

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